Ortsgemeinde Hütschenhausen

Natur+Kultur: Neue Wege laden zum Entdecken ein

Von der Lorenbahn bis zur Klimmzugstange: Wie Ehrenamt, Bauhof und Forst in Rekordzeit ein neues Wanderwegenetz auf die Beine gestellt haben

Am 26. September wurde das neue Wanderwegenetz „Natur+Kultur“ an der Drüber-Drunter-Strecke eröffnet. Entstanden sind fünf verbundene Themenrundwege mit einer Gesamtstreckenlänge von 23 Kilometern (WaldAktiv 3,2 km, ZeitSpuren 7,3 km, Weiherberg 7,3 km, Panorama 3,0 km, Lorenpfad 2,2 km), dazu vier Bewegungsstationen, vier Infotafeln entlang der Wege und vier Überblickstafeln an den Einstiegspunkten: auf der Ziegelhütte beim MAC bzw. TSV, am Bürgerhaus (mit Anbindung an den Natura-2000-Erlebnisweg), am Dorfgemeinschaftshaus Katzenbach und an der Calisthenics-Anlage am Naherholungspark Krämel in der Wiesenstraße. Die Wege sind komplett beschildert, wer es mag, kann sie aber auch mit digitaler Routenführung erkunden.

Eröffnung des Wanderwegenetzes (v.li.n.re.): Fr. Stierstorfer (Fa. entra i.A. der LAG), Hr. Stuppy (Ideengeber), Revierförterin Fr. Schäfer, Lokalhistoriker Hr. Junker, Ortsbeigeordneter Kohl, Hr. Schillo (LAG Westrich-Glantal) und Ortsbürgermeister Wätzold

„Zwischen Vertragsabschluss am 26. Mai und der Eröffnung lagen nur vier Monate. Bei dieser Förderung ist das eine echte Herausforderung“, sagt Ortsbürgermeister Achim Wätzold. Das betonte auch Herr Schillo von der LAG Westrich-Glantal: „In absoluter Rekordzeit wurde das Projekt von der Ortsgemeinde umgesetzt.“ Als leidenschaftlicher Wanderführer freue er sich zudem über die abwechslungsreichen neuen Angebote.

Die Gesamtausgaben belaufen sich auf 22.955 Euro netto. Davon können 19.230 Euro über das Regionalbudget im LEADER-Ansatz geltend gemacht werden, der Förderrahmen von 20.000 Euro Nettokosten ist damit optimal ausgenutzt. Die Differenz trägt die Ortsgemeinde. Dazu trägt auch der Bauhof unter Leitung von Ortsbeigeordnetem Uli Kohl bei: Sein Team montierte die gesamte Beschilderung und alle Bewegungsstationen. Der dienstälteste Mitarbeiter Remigius Stuppy war zudem Ideengeber für einen Wanderweg im Ort. Möglich wurde das Projekt aber nur durch den ehrenamtlichen Einsatz vieler, darunter der Gemeindespitze und besonders Paul Junker, der Layout und Satz der Infotafeln und der Beschilderung übernommen hat.

 

Nicht alles wurde neu geschaffen: Das Netz knüpft an Spielplätze wie Heckstücke und viele Vereinsprojekte an, etwa die Bienenwiese des Imkervereins und die Biotopvernetzung der NSG Moorklee. „Wir möchten unseren Nahraum erlebbar machen und Anreize für Erholung und Ausgleich im Alltag schaffen“, so Wätzold. „Zusätzlich zum Natura-2000-Weg verteilen wir die Nutzung so auf möglichst viele Bereiche unserer Gemarkung.“

Kurz vor der Eröffnung wurde es spannend, denn in der Woche zuvor startete im Marschberg der Hauptholzeinschlag. Revierförsterin Jessica Schäfer, die gemeinsam mit LBM und PI Landstuhl die Routen optimieren half, sorgte dafür, dass zur Eröffnung dennoch alle Wege begehbar waren, ein schöner Beweis dafür, dass sich Nutz- und Erholungsfunktion des Waldes vereinbaren lassen. Die modernen Bewegungsstationen halten die Auswirkungen auf den Wald gering.

Ein Highlight: Der ehemalige Ortsbürgermeister Lothar Leßmeister, der 1977 mit VG-Bürgermeister Julius Divivier bei der Eröffnung des Trimm-Dich-Pfades Klimmzüge vorgeführt hatte, wiederholte das gemeinsam mit Uli Kohl und Achim Wätzold.

Einkehren und genießen: Direkt entlang der Route gibt es Einkehrmöglichkeiten am Bürgerhaus, am TSV Hütschenhausen sowie in den Sportheimen in der Nähe der Wiesenstraße. Hinzu kommt die örtliche Gastronomie, und im Wasgau- und Nettomarkt ist an allen Werktagen ein kleines Café geöffnet.

Ortsbürgermeister Lothar Leßmeister (re.) und Verbandsbürgermeister Julius Divivier (li.) demonstrierten ihre Fitness bei der Eröffnung des Trimm-Dich-Pfades 1977.
Lothar Leßmeister misst noch immer seine Kräfte, 2026 mit Lou Wätzold (vorne) sowie Ortsbeigeordnetem Ulrich Kohl (li.) und Ortsbürgermeister Achim Wätzold